Schlagwort-Archive: Phonetik

Auf ein Wort (20): Jupiler

Jupiler frz. [ʒypiˈlɛːʀ]

Jupiler ist eine Biermarke aus dem französischsprachigen Teil Belgiens, der Wallonie. Sie hat ihren Namen von dem Ort, in dem sich die Brauerei Piedbœuf [pjeˈbœf] befindet, die dieses Bier braut: Jupille-sur-Meuse [ʒyˌpij syʀˈmøːz] (früher selbstständige ›commune‹, heute Stadtteil von Liège/Luik/Lüttich).

Allerdings wird der Markenname nicht nur, wie oben angegeben, auf Französisch ausgesprochen, sondern auch häufig in niederländischsprachigen Kontexten – und zwar aus zwei Gründen: Erstens ist Belgien ein dreisprachiges Land; das Bier wird auch in Flandern (und gewiss auch im deutschsprachigen Teil des Landes) getrunken. Zweitens ist Jupiler Hauptsponsor der Pro League, der höchsten Spielklasse im belgischen Fußball, und der Eerste Divisie, der zweithöchsten Klasse im niederländischen Fußball. Dabei unterscheidet sich die übliche Aussprache in Belgien und den Niederlanden: In Belgien, wo die französische Lautung vielen bekannt ist, hört man im Niederländischen meist [ˈʒypilɛːɾ] (wobei das Phonem, für das ich hier [ɾ] notiert habe, den jeweiligen regionalen Lautwert annimmt). Im Vergleich mit der französischen Aussprache rutscht also nur die Betonung an den Wortanfang. In den Niederlanden ist diese Aussprache selten zu hören. Zunächst wird dort das [ɛ] der letzten Silbe von praktisch allen Sprechern zum Schwa reduziert. Einige Niederländer sagen also so etwas wie [ˈʒypiləɹ] (wobei auch hier das Phonem, für das ich die westniederländische Realisierung [ɹ] eingesetzt habe, regionaler Variation unterliegt). Viele andere ersetzen jedoch zusätzlich das französisch anmutende [ʒ] der ersten Silbe durch [j], den Laut also, dem geschriebenes ›j‹ im Niederländischen wortinitial meist entspricht. Das ergibt als gängigste Aussprache des Markennamens in den Niederlanden [ˈjypiləɹ].

De klinkers van het Gronings – Een akoestische verkenning

Het Gronings is, net als veel andere dialecten, niet op alle deelgebieden van de linguïstiek even goed bestudeerd. Aan de semantiek – of meer specifiek: de woordenschat – wordt buitenproportioneel veel aandacht geschonken want woordkeus springt in het oog van zowel de leek als de vakman. En er is blijkbaar veel over te zeggen, ook al maakt het, volgens Ede Staal, niet uit of de bakker ‘brood’ of ‘stoet’ bakt. De met name verbale morfologie van het Gronings staat centraal in twee werken van Siemon Reker: zijn proefschrift (1989) en de onvoltooide Groninger Grammatica (1991–1996). Veel minder studies zijn verricht op het gebied van de pragmatiek, de syntaxis alsmede de fonologie en fonetiek. Mijn belangstelling in dit stukje geldt de laatste, de fonetiek. Omdat dit geen bachelorscriptie is, maar slechts een in de kleine uurtjes ontstane blogpost, beloof ik niet meer dan een eerste verkenning van het terrein. De lacunes in de wetenschappelijke kennis kan ik daarmee nauwelijks opvullen, maar misschien vragen opwerpen die later door anderen kunnen worden beantwoord.

Het onderwerp van mijn onderzoekje is de klinkerproductie van één spreekster van het Gronings. Hiervoor heb ik gebruik gemaakt van de opnames op de website van de Liudgerstichten die een aantal passages uit de Groningse vertaling van de Bijbel heeft laten inspreken door vrijwilligers. In totaal komen er een stuk of vijf sprekers langs, maar er was slechts één van wie opnames van toereikende lengte beschikbaar waren. Ik weet het niet zeker (en heb ook niet de moeite gedaan om na te vragen), maar ik denk dat de teksten die ik heb gebruikt, zijn ingesproken door Riemke Bakker, de secretaris van de Stichting Grunneger Toal. Als zij het is, gaat het om een spreekster die in Bedum – in het zuidelijke deel van het Hogeland – woont, maar van wie ik niet weet waar zij is opgegroeid. Het doet er ook niet toe want ik heb toch geen vergelijkingsmateriaal van sprekers uit andere regio’s. Van elke beklemtoonde monoftong (eenklank) die zij in de opnames produceert, heb ik 20 exemplaren geanalyseerd (voor zover er 20 te vinden waren, zie beneden). Ik heb de voorkeur gegeven aan klinkerexemplaren die door een plosief (plofklank) worden voorafgegaan en gevolgd. De grens tussen medeklinker en klinker is in deze gevallen scherper dan bij fricatieven (wrijfklanken) of liquida (vloeiklanken) waardoor de klinker ietwat minder in zijn kwaliteit wordt beïnvloed. Niet bij alle klinkers was het mogelijk om deze strikte selectiecriteria aan te houden, maar ik heb er in ieder geval op gelet om zo min mogelijk klinkers te analyseren die door een /r/ of /l/ worden gevolgd. Wie de uitspraak van de ‘oo’ in ‘rood’ met die in ‘door’ vergelijkt, hoort hoe sterk de invloed van een /r/ aan het einde van de lettergreep op de klinker kan zijn.

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Auf ein Wort (16): Kasper Hjulmand

Kasper Hjulmanddän.[ˌkʰæsb̥ɐ ˈjuːlˌmænˀ]

Die naheliegendste Eindeutschung wäre [ˌkaspɐ ˈjuːlman] oder, wenn man die phonetische Qualität des dänischen /a/-Phonems stärker wiedergeben will, [ˌkɛspɐ ˈjuːlmɛn]. Die ersten Ausspracheversuche in der tagesschau, ausgeführt durch Susanne Holst, gingen in Richtung [ˈ(ç)juːlmant] für den Nachnamen. Der bisherige Verein Hjulmands, der FC Nordsjælland, spricht sich im Dänischen übrigens [ˈnoɐ̯ɕɛlænˀ]. Die Betonung liegt gerade nicht auf der zweiten Silbe, wie man vermuten könnte und auch Susanne Holst wohl vermutete, die den Vereinsnamen [nɔɐ̯tˈsjɛlant] aussprach. Mir erschiene [ˈnɔɐ̯tˌʃɛlan(t)] die geeignetere Eindeutschung. Mal sehen, was sie in der 20-Uhr-Ausgabe der tagesschau daraus machen.

Nachtrag: In der 20-Uhr-tagesschau war das End-[t] dann verschwunden, aber die Vokale fielen für meinen Geschmack ein bisschen schlapp aus. Jan Hofer sprach den Nachnamen des Trainers [ˈjʊlmən] oder sogar [ˈjʊlmn̩] aus. Für den Vereinsnamen blieb es bei [nɔɐ̯tˈsjɛlant].

Charis SIL und Gentium Plus

Es gilt das gesprochene Wort: Schriftarten für IPA-Transkriptionen

Das Internationale Phonetische Alphabet (IPA) ist das wohl präziseste und weltweit verbreitetste System, um Sprachlaute zu notieren. Der mit der Präzision einhergehende Nachteil ist der Bedarf an einer Vielzahl von Zeichen, die keine andere mit dem lateinischen Alphabet geschriebene Sprache mitbringt – im wahrsten Sinne des Wortes ›Sonderzeichen‹. IPA-eigene Diakritika ausgenommen dürfte es rund 75 Zeichen gehen, die teilweise komplett neu gezeichnet werden müssen bzw. aus existierenden Buchstaben abgeleitet werden können. Die Zielgruppe, die diese Zeichen benötigt, ist ziemlich klein. Die Zahl derer, die darüber hinaus Wert auf eine ansprechende Gestaltung der Zeichen legen, ist verschwindend. Dementsprechend machen sich überhaupt nur wenige Schriftdesigner die Mühe, ihren Schriften Lautschrift hinzuzufügen. Ich habe eine Liste von immerhin knapp 40 Schriftarten zusammengestellt, die über einen vollständigen Satz IPA-Zeichen verfügen. Wo möglich, werde ich einige Anmerkungen zur Brauchbarkeit der Zeichen für typografisch anspruchsvolle Projekte machen.

Charis SIL und Gentium Plus

Vorab möchte ich allerdings auf einen kleineren Richtungsstreit unter den Schriftgestaltern hinweisen: Er betrifft die Frage, inwieweit von lateinischen Buchstaben abgeleitete IPA-Zeichen eine eigenständige, chirographische – also vom Schreiben mit der Hand beeinflusste – Form bekommen sollten. Schauen wir uns die folgenden vier Reihen von Buchstaben an:mini

Man sieht, dass ›n‹ und ›u‹ in beiden Schriften jeweils ihre eigene Serifenstruktur haben. Die Fußserifen des ›n‹, die unten horizontal sind und sich zu beiden Seiten der Vertikalen ausdehnen, sind in ihrer neuen Position als Kopfserifen des ›u‹ angeschrägt und halbiert, während dort die – beim ›n‹ noch schräge – Kopf­serife als neue Fußserife begradigt wurde (Randbemerkung: Man könnte auch andersherum argumentieren; es liegt mir fern, anzudeuten, ›u‹ sei aus ›n‹ her­geleitet oder umgekehrt). Diese Veränderungen sind bei jeder gut gezeichneten Antiqua zu beobachten – aber muss diese selbstverständliche Anpassung auch für ›m‹ bzw. ›r‹ und ihre ›Kinder‹ gelten? Die Charis bietet hier schlicht unverändert gedrehte Zeichen an, während der Gestalter der Gentium, Victor Gaultney, die IPA-Zeichen analog zu dem ›n‹/›u‹-Paar gezeichnet hat. Mir erscheint letztere Lösung besser; die Zeichen wirken organischer und stehen weniger steif auf der Zeile, ganz abgesehen von dem Gewinn an Konsistenz, wenn das abgeleitete neben dem zugrunde liegenden Zeichen steht. Man kann indes nicht davon ausgehen, dass diese Präferenz von allen Schriftgestaltern oder -nutzern geteilt wird. Zudem dürfte einigen Designern die Zeit und Muße fehlen, sich mit diesem Problem auseinanderzusetzen und ggf. eine befriedigendere Lösung als die bloße Spiegelung von Zeichen zu erarbeiten.

Hier nun die Liste, zu der Ergänzungen sehr willkommen sind. Alle Illustrationen sind Beispieltranskriptionen, die ohne manuelle Anpassungen in InDesign gesetzt wurden. Sie zeigen keinen fehlerfreien Satz, sondern, im Gegenteil, mitunter fehlende oder falsch platzierte Zeichen:

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Auf ein Wort (15): Gert Jõeäär

Gert Jõeäär estn. [ˌkert ˈjɤ̯eæːr]

Zum Vokalphonem /ɤ/:

»The unrounded back vowel /ɤ/ can be realized depending on the speaker as a mid back vowel [ɤ], a close back vowel [ɯ] or a mid central vowel [ɘ]
Asu, E. L. & Teras, P. (2009). Estonian. Journal of the International Phonetic Association, 39 (3), 367–372.

Und eine etymologische Erläuterung: Der Name ›Jõeäär‹ bedeutet auf Estnisch ›Flussufer‹.