Archiv der Kategorie: Sprache

Op stee. Drentse en Groninger plaatsnamen verzameld ★★★✩✩

n Kollegoa van mie is geboren en opgruid in Börk in Drìnt. Hai het ais n moal zegd dat t n dörp is dat allènt mor om twij reden op de landelke media komt: oorlog en file. In t Nederlands wordt Börk nait ‘Börk’ nuimd, mor ‘Westerbork’ – of, deur wèl der nait opgruid is, ‘Wésterbork’. Mien kollegoa is wis en zeker nait d’ainege dij dat nait geern heurt. In t dörp zulf zeggen ze, as ze Nederlands proaten, noamelk ‘Westerbórk’ – mit de klemtoon op de leste lettergreep. Dat is nog nait tot Hilversum deurdrongen (en meschains nog ìns nait tot elkenain in Azzen). Over dat onderwaarp – noamen van ploatsen in Grunnen en Drìnt – gaait ‘Op stee’, n boukje dat kört leden oetbrocht is deur t Bureau Groninger Taal en Cultuur en t Huus van de Taol. t Is n keerbouk mit twij veurkanten: aan d’aine kaande t Drìntse dail, aan d’aandere t Grunneger dail. Op dij menaaier staait gain van de streektoalen achter in t bouk – n leuk trucje.

In t centrum van baaide dailen staait n lieste van ploatsnoamen zo as dij in t dialect broekt worden. In t Grunneger dail van t bouk nemt dij lieste sikkom vatteg bladzieden in beslag. In t Drìntse dail binnen t mor tien. De reden doarveur ligt in t vleden. De gegevens over hou dij ploatsen tegenwoordeg nuimd worden, kommen oet de Vroag/Vraog & Antwoord-enquêtes. In Grunnen is dat n vervolg op n enquête oet de joaren 80; in Drìnt is ter gain veurganger. Over de verglieken van de nije en de olle Grunneger gegevens vaalt vanzulf meer te vertellen. De Drìntse lieste is dus sowieso wat moagerder, mor hai vaalt mie dubbel òf. Twijmoal wordt ter in t Drìntse dail van t boukje op wezen dat de klemtoon van ploatsnoamen (zowel in t dialect as in de standaardtoal) nait te veurspellen is. Dou k de lieste opsluig om ais op te zuiken hou of je ‘Lukkenwol’ goud oetspreken, mos k laggen. De klemtoon is gewoon nait aangeven! k Neem nait aan dat ze t vergeten binnen, dus t zel wel mit n gebrek aan gegevens te moaken hebben. t Is hou din ook n minpunt. Ook veur de rest het t Drìntse dail veul minder om hakken. t Was schienboarliek de bedoulen dat elk van de twij dailen 63 bladzieden vult. In t Drìntse dail mozzen doarveur tal van waaineg relevante zinnen oet woordenbouken citeerd worden en hoast net zo veul gedichten doar bie touval ain of twij ploatsnoamen in veurkommen. Wat mie betreft, haar haalfschaid van dij zinnen en gedichten makkelk achterwege blieven kind.

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Leren pinnen*

Vor einer Woche bin ich von den Niederlanden zurück nach Deutschland gezogen. Ein im Alltag spürbarer Unterschied zwischen den Ländern ist, dass Kartenzahlung in den Niederlanden wesentlich gängiger ist. Im Jahr 2013 fanden in Deutschland rund 2,5 Milliarden Zahlungen mit Bankkarte statt (sagt Die Deutsche Kreditwirtschaft); in den Niederlanden waren es im selben Zeitraum 2,66 Milliarden (sagt die Betaalvereniging Nederland). Umgerechnet auf die Einwohnerzahlen bedeutet das, dass statistisch gesehen jeder Deutsche etwa 30 Mal in diesem Jahr mit Karte bezahlt hat und jeder Niederländer knapp 160 Mal ›gepind‹ hat. Dieser Unterschied schlägt sich in zwei Punkten nieder: erstens in der Zahl der Verkaufsstellen, die überhaupt Kartenzahlung akzeptieren, zweitens in der Bequemlichkeit, mit der die Zahlungen ablaufen. Bis 2010, als ich aus Deutschland wegging, hatte Kartenzahlung für mich praktisch keine Rolle gespielt. Ich werde irgendwann mal was mit Karte bezahlt haben, aber erinnere mich, ehrlich gesagt, nicht mehr dran. In den Niederlanden habe ich zuletzt beinahe alles mit Karte bezahlt – eine Gewohnheit, die ich in Deutschland fortzusetzen versuchen wollte. Ich wusste ja, wie es geht.

Dachte ich. Es gibt vier Arten und Weisen, eine Bankkarte in so ein Lesegerät zu schieben. In den Niederlanden bin ich praktisch nur der Art und Weise begegnet, bei der der Magnetstreifen auf der Karte vom Betrachter wegzeigt (also nach unten oder hinten, je nach Positionierung des Kartenschlitzes) und der Chip in der Karte im Lesegerät verschwindet. Bei meiner ersten Kartenzahlung in Deutschland – im Tedox-Baumarkt – habe ich es daher so versucht: »Andersrum«, sagte die Kassiererin. Ich drehte die Karte so, dass der Chip sich nun nicht mehr im Gerät befand, aber der Magnetstreifen weiterhin von mir wegzeigte. »Nee, noch anders.« Jetzt zeigte der Magnetstreifen zu mir. Immer noch falsch. Schön, dass niemand hinter mir in der Kassenschlange war, während ich – Kartenzahlungsexperte (NL) – alle vier Arten, eine Karte in ein Lesegerät einzuführen, ausprobierte. Ich lernte: Chip im Gerät (macht Sinn), Magnetstreifen nach oben. Nach Eingeben meiner PIN war der metallene Papierkorb bezahlt. Aufgrund von Vorkommnissen wie diesem, so lernte ich später, ist der Kartenleser in einigen Geschäften zum Kassenpersonal, nicht zum Kunden gerichtet. Man übergibt dem Mitarbeiter seine Karte, der sie korrekt ins Gerät schiebt und anschließend dem Kunden das Gerät zudreht – ein archaisch anmutendes Verfahren.

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The most frequent ablaut patterns in Dutch strong verbs

If you ever wondered how to inflect non-existing Dutch verbs, you should have a look at a recent article by Remco Knooihuizen and Oscar Strik (Rijksuniversiteit Groningen). If you ever wondered how to inflect irregular Dutch verbs that do exist, the overview below might help you. I compiled it a couple of years ago—based on various sources including the Algemene Nederlandse Spraakkunst, a Dutch grammar, and the Dikke Van Dale, a Dutch dictionary—when I started learning Dutch. Like everything in the world, it is probably not fully accurate and complete, but I found it handy back then to have the most important irregular inflection patterns on a single sheet. If you know all these by heart, you will be able to correctly inflect more than 80% of the Dutch strong verbs (although the percentage would probably be a bit lower when we take frequency of occurrence into account).

The table gives the vowel of the infinitive, of the singular past tense and of the past participle. It has to be noted that consonant changes, which occur in a minority of strong verbs, are not included in this overview: slaan, for instance, is not slaan – *sloe – *geslaen, but slaan – sloeg – geslagen (if you want to learn a language that is more regular in this respect, try German, which has introduced the ‘g’ from the past participle in the infinitive as well). Also, the ‘-en’ suffix that is used in the past participle of all verbs in the categories 1–14 does not necessarily occur in all verbs with other inflection patterns: denken, for example, has [ɑ] in both the past tense and the past participle, and the [ŋk] has to be replaced by a uvular fricative. It is, however, not inflected denken – dacht – *gedach(t)en, but denken – dacht – gedacht. You’ll have to look up the specificities of these rare inflection patterns for yourself. You should also know that a number of verbs have more than one inflection pattern: The strong form can be archaic (wassen – wies instead of wassen – waste), regional (breien – bree is only used in Belgium instead of breien – breide), linked to a specific meaning (prijzen – prees – geprezen is used when the word means ‘to praise’, whereas prijzen – prijsde – geprijsd is used for ‘to price’) or linked to a specific morphological form (schrikken – schrok – geschrokken is strong, whereas some prefixed forms are not, for instance afschrikken – schrikte af – afgeschrikt). All these details are not in my overview, but my guess would be that you won’t need the overview any more when you get everything right except for these details.

Click the image to download the overview as a PDF (which is licenced under CC BY-NC-SA). Comments are obviously welcome if you spot any errors or omissions.

Agnomina Rheydts

Wenn von der ›Stadt der Lagunen‹ die Rede ist, weiß jeder, dass es um Venedig geht. Haßloch gilt als das ›größte Dorf Deutschlands‹ (auch wenn’s nicht stimmt). Hinter der ›Stadt der Mangobäume‹ verbirgt sich Belém in Brasilien (auch wenn’s kaum einer weiß). Und Finnland will das ›Land der tausend Seen‹ sein (Mecklenburg aber auch). Orte und Regionen haben aus verschiedenen Gründen Beinamen: Mal sind die Namen historisch gewachsen (Venedig wurde bereits im 19. Jahrhundert ›Stadt der Lagunen‹ genannt), mal dienen sie der praktischen Unterscheidung (Neustadt an der Weinstraße – weil es im deutschsprachigen Raum zahlreiche Neustädte gibt), mal haben sie einen werblichen Hintergrund (mindestens zwei Städte, Rüthen und Waiblingen, führen den Slogan ›Junge Stadt in alten Mauern‹).

Derartige Beinamen tauchen in der Presse regelmäßig auf: Wenn man einen Artikel über Pariser Taschendiebe mit ›Stadt der Diebe‹ überschreibt (und die Anspielung für alle, die sie nicht begriffen haben, im Vorspann noch mal erklärt), schlägt man mehrere Fliegen mit einer Klappe: Der Ton für den Artikel ist gesetzt. Man muss nicht mehrmals ›Paris‹ schreiben. Und man sagt mit dem Beinamen mehr aus als mit dem Städtenamen an sich. Aber was macht man bei Städten, die keinen Beinamen haben? Bei Städten, die keine Sau kennt? Man denkt sich halt selbst was aus, um den Ort zu beschreiben: Nürnberg ist die »fränkische Metropole« (Frankfurter Neue Presse); Blankenhain im Weimarer Land ist ein »abgelegenes Kleinstädtchen« (Thüringer Allgemeine); Haan in Nordrhein-Westfalen wird zu »einer Schlafstadt zwischen Wuppertal, Solingen und Düsseldorf« (taz); Schwabing galt im 19. Jahrhundert noch als »unbedeutendes, verschlafenes Dorf im Norden der Residenzstadt« (Süddeutsche).

Vielleicht lohnt es sich, und sei’s nur zur Unterhaltung, die Beinamen – Agnomina – eines Ortes einmal näher zu betrachten. Mein Fallbeispiel ist nicht Venedig oder Paris, sondern Rheydt. Warum Rheydt?

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EU-Kommission Juncker: Alle Aussprachen

Am 19. November 2014 soll die Europäische Kommission unter der Leitung von Jean-Claude Juncker die Nachfolge der bisherigen Kommission Barroso antreten. Vor vier Tagen hat Juncker die vorläufige Zusammensetzung seines Kollegiums öffentlich präsentiert. Sämtliche Kandidaten, einschließlich des Präsidenten, müssen noch die Zustimmung des Europäischen Parlaments erhalten. Kleinere Änderungen am Personaltableau sind also nicht ausgeschlossen, aber im Wesentlichen dürfte es bei der vorgeschlagenen Mannschaft bleiben. Die folgenden 28 Namen wird man also in den nächsten fünf Jahren häufiger hören – hoffentlich in der richtigen Aussprache, die hier nachzulesen ist:

Jean-Claude Juncker
Kommissionspräsident   ·  Luxemburg
Originallautung: [ˌʒɑ̃ː ˌkloːt ˈjuŋkɐ] oder [ˈʒuŋkɐ]
Eindeutschung: [ˌʒɑ̃ː ˌkloːt ˈjʊŋkɐ]

Federica Mogherini
Hohe Vertreterin der Union für Außen- und Sicherheitspolitik   ·  Italien
Originallautung: [fedeˌriːka moɡeˈriːni]
Eindeutschung: [fedeˌʁiːkaː ˌmoɡeˈʁiːniː]

Frans Timmermans
Erster Vizepräsident und Kommissar für Fragen der besseren Rechtsetzung   ·  Niederlande
Originallautung: [ˌfɾɑns ˈtɪməɾmɑns]
Eindeutschung: [ˌfʁans ˈtɪmɐmans]

Kristalina Georgiewa  (Кристалина Георгиева)
Kommissarin für Haushalt und Personal   ·  Bulgarien
Originallautung: [kristɐˌlinɐ ɡɤorˈɡiɛvɐ]
Eindeutschung: [kʁɪstaˌliːnaː ɡeɔɐ̯ˈɡiːɛʋaː]

Andrus Ansip
Kommissar für den Digitalen Binnenmarkt   ·  Estland
Originallautung: [ˌɑndrus ˈɑnsʲip]
Eindeutschung: [ˌandʁʊs ˈansɪp]

Alenka Bratušek
Kommissarin für die Energieunion   ·  Slowenien
Originallautung: [aˌleːŋka ˈbraːtuʃək]
Eindeutschung: [aˌlɛŋkaː ˈbʁaːtuʃɛk]

Valdis Dombrovskis
Kommissar für den Euro und den Sozialen Dialog   ·  Lettland
Originallautung: [ˌvaldɪs dɔmˈbrɔvskɪs]
Eindeutschung: [ˌʋaldɪs dɔmˈbʁɔfskɪs]

Jyrki Katainen
Kommissar für Arbeitsplätze, Wachstum, Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit   ·  Finnland
Originallautung: [ˌjyrki ˈkɑtɑjnɛn]
Eindeutschung: [ˌjʏɐ̯kiː ˈkataɪ̯nən]

Phil Hogan
Kommissar für Landwirtschaft und Ländliche Entwicklung   ·  Irland
Originallautung: [ˌfɪl ˈhoʊ̯ɡn̩]
Eindeutschung: [ˌfɪl ˈhɔʊ̯ɡn̩] oder [ˈhoːɡn̩]

Miguel Arias Cañete
Kommissar für Klimapolitik und Energie   ·  Spanien
Originallautung: [miˌɣ̞el ˌaɾjas kaˈɲete]
Eindeutschung: [miˌɡɛl ˌaːʁias kaˌnjeːtə]

Margrethe Vestager
Kommissarin für Wettbewerb   ·  Dänemark
Originallautung: [mɑˌɡ̊ʁeːˀd̥ə ˈʋɛstæːˀɐ]
Eindeutschung: [maɐ̯ˌɡʁeːtə ˈʋɛstɛːɐ] oder [ˈʋɛstɛːɡɐ]

Günther Oettinger
Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft   ·  Deutschland
Originallautung: [ˌɡʏntɐ ˈœtɪŋɐ]

Pierre Moscovici
Kommissar für Wirtschafts- und Finanzangelegenheiten, Steuern und Zoll   ·  Frankreich
Originallautung: [ˌpjɛːʁ mɔskɔviˈsi]
Eindeutschung: [ˌpi̯ɛːɐ̯ mɔskoviˈsiː]

Tibor Navracsics
Kommissar für Bildung, Kultur, Jugend und Bürgerschaft   ·  Ungarn
Originallautung: [ˌtibor ˈnɒvrɒt͡ʃit͡ʃ]
Eindeutschung: [ˌtiːboːɐ̯ ˈnɔʋʁɔt͡ʃɪt͡ʃ] oder [ˈnaʋʁat͡ʃɪt͡ʃ]

Marianne Thyssen
Kommissar für Beschäftigung, Soziale Angelegenheiten, Qualifikationen und Mobilität der Arbeitnehmer   ·  Belgien
Originallautung: [ˌmɑɾijɑn ˈtɛɪ̯sə]
Eindeutschung: [ˌmaʁijan ˈtaɪ̯sn̩]

Karmenu Vella
Kommissarin für Umweltschutz, Meerespolitik und Fischerei   ·  Malta
Originallautung: [ˌkɐɾmɛnʊ ˈvɛlːɐ]
Eindeutschung: [ˌkaɐ̯menuː ˈʋɛlaː]

Johannes Hahn
Kommissar für Europäische Nachbarschaftspolitik und Erweiterungsverhandlungen   ·  Österreich
Originallautung: [joˌhanəs ˈhaːn]

Jonathan Hill
Kommissar für Finanzstabilität, Finanzdienstleistungen und Kapitalmarktunion   ·  Vereinigtes Königreich
Originallautung: [ˌd͡ʒɒnəθn̩ ˈhɪl]
Eindeutschung: [ˌd͡ʒɔnəθn̩ ˈhɪl]

Vytenis Andriukaitis
Kommissar für Ernährungssicherheit   ·  Litauen
Originallautung: [vʲitʲɛ̂ːnʲɪs ɐndrʲukâːɪ̯tɪs]
Eindeutschung: [ʋiˌtɛːnɪs andʁuˈkaɪ̯tɪs]

Christos Stylianides  (Χρήστος Στυλιανίδης)
Kommissar für Humanitäre Hilfe und Krisenmanagement   ·  Zypern
Originallautung: [ˌxɾistɔs stiliɐˈniðis]
Eindeutschung: [ˌkʁɪstɔs stiliaˈniːdɪs] oder [ˌxʁɪstɔs]

Elżbieta Bieńkowska
Kommissarin für Binnenmarkt, Industrie, Unternehmertum und KMU   ·  Polen
Originallautung: [ɛlˌʐbʲiɛta bʲiɛɲˈkɔfska]
Eindeutschung: [ɛlʃˌbi̯ɛtaː bi̯ɛnˈkɔfskaː]

Neven Mimica
Kommissar für Internationale Zusammenarbeit und Entwicklung   ·  Kroatien
Originallautung: [nêʋen mîmit͜sa]
Eindeutschung: [ˌnɛʋɛn ˈmiːmit͜sa]

Věra Jourová
Kommissar für Verbraucherschutz   ·  Tschechische Republik
Originallautung: [ˌvjɛra ˈjou̯rovaː]
Eindeutschung: [ˌʋjɛʁaː ˈjɔʊ̯ʁɔʋaː]

Dimitris Avramopoulos  (Δημήτρης Αβραμόπουλος)
Kommissar für Migration   ·  Griechenland
Originallautung: [ðiˌmitɾis ɐvɾɐˈmɔpulɔs]
Eindeutschung: [diˌmiːtʁɪs aʋʁaˈmoːpulɔs]

Corina Crețu
Kommissarin für Regionalpolitik   ·  Rumänien
Originallautung: [koˌɾʲina ˈkɾet͜su]
Eindeutschung: [koˌʁiːna ˈkʁɛt͜suː]

Carlos Moedas
Kommissar für Forschung, Wissenschaft und Innovation   ·  Portugal
Originallautung: [ˌkaɾluʃ ˈmwɛðɐʃ]
Eindeutschung: [ˌkaːɐ̯lʊʃ moˈeːdaʃ] oder [ˌkaːɐ̯lɔs moˈeːdas]

Cecilia Malmström
Kommissarin für Handel   ·  Schweden
Originallautung: [sɛˌsiːlja ˈmalmstɾœm]
Eindeutschung: [seˌsiːli̯a ˈmalmstʁøːm]

Maroš Šefčovič
Kommissar für Transport und Dienstleistung   ·  Slowakei
Originallautung: [márɔʃ ʃɛ́ft͡ʃɔʋit͡ʃ]
Eindeutschung: [ˌmaːrɔʃ ˈʃɛft͡ʃoʋɪt͡ʃ]

Bárðarbunga – wie eindeutschen?

Eyjafjallajökull – das war, vor gut vier Jahren, die phonetische Herausforderung, der keine aktuelle Sendung entgehen konnte. Und als gerade auch die letzten raushatten, dass ›ll‹ im Isländischen für [tl̥] steht, war’s schon wieder vorbei. Bis vor zwei Wochen. Statt des Eyjafjallajökull-Vulkans ist es nun der Bárðarbunga, der durch seinen Ausbruch den internationalen Flugverkehr stören könnte. Und wieder ist der Name einer, den Deutsche ohne besonderes Interesse für nordgermanische Sprachen spontan nicht aussprechen können, zumindest nicht richtig. Aber was wäre richtig? Die isländische Aussprache des Namens ist [ˈb̥au̯ɾð̺aɾˌb̥uŋɡ̊a]. Das kann man keinem Nachrichtensprecher abverlangen. Zur Entscheidung über eine sinnvolle Eindeutschung müssen wir uns jedes Segment einzeln bzw. manche Segmente in Abhängigkeit von ihrer Position anschauen.

  • [] – die zwei silbeninitialen Laute, die dem geschriebenen ›b‹ entsprechen, können wir auf dieselbe Weise behandeln. Schließlich stehen sie in derselben, silbeninitialen Position und gehen beide einem Vokal voran. Die Laute könnte man ebenso gut [p] transkribieren, wobei im Isländischen ein – anders als im Deutschen am Wortanfang üblich – unaspiriertes [p] gesprochen wird. Es trifft sich gut, dass das deutsche /b/ vielfach deutlich weniger stimmhaft ist, als man vermuten könnte. Der Laut sollte daher im Deutschen mit /b/ – das heißt in der Praxis: [] – wiedergegeben werden. Mit [p], das der typische Sprecher aspiriert realisieren würde, entstünde bloß der falsche Eindruck, das Wort werde mit ›p‹ geschrieben.
  • [au̯] – kein Problem, das deutsche [aʊ̯] ähnelt dem isländischen Diphthong weitgehend.
  • [ɾ] – dieser Laut verlangt die schwierigste Entscheidung bei der Eindeutschung des Wortes. Ich würde ihn nämlich, um das Ergebnis meiner Überlegungen vorwegzunehmen, einfach weglassen. Warum? Ein [r] – sei’s als Vibrant oder als Tap – ist für deutsche Zungen an sich schon eine schwierige Aufgabe; meist wird ein [ʁ], also ein Frikativ, daraus. In der Silbenkoda ist die Sache sogar noch schwieriger: ›r‹ in dieser Position wird im Deutschen nahezu ausnahmslos zu [ɐ] vokalisiert. Für die Aussprache eines vokalisierten ›r‹ nach einem Diphthong gibt es theoretisch zwei Varianten: die Bildung eines Triphthongs, was in dieser Form im Deutschen jedoch nicht möglich ist, oder die Aufspaltung in zwei Silben – wie im Wort ›Bauer‹, das ›Bau-er‹ gesprochen wird. Die Aussprache des deutschen ›Bauer‹ ähnelt dem phonetischen Eindruck der isländischen Silbe ›Bár‹ allerdings nur von Ferne. Mangels besserer Optionen im Rahmen der deutschen Phonologie erscheint mir das Weglassen des Lauts daher am erträglichsten.
  • [ð̺] – der Laut, den die meisten Deutschen aus englischen Wörtern wie ›this‹ kennen, bietet zwei Möglichkeiten: Erfahrene Sprecher, die des Englischen mächtig sind, könnten tatsächlich [ð] sprechen, zumal man diesen Laut aufgrund von Lehnwörtern aus dem Englischen zum erweiterten Phoneminventar des Deutschen zählen könnte. Wer seine Drinks eher ›on se rocks‹ bestellt, ersetzt den Frikativ im Fall des Vulkans besser durch [d].
  • [a] – kein Problem, das deutsche kurze [a] ist dem isländischen Laut denkbar ähnlich, sowohl in dieser Position als auch am absoluten Wortende.
  • [ɾ] – echt isländisch wird es nicht klingen, wenn das ›r‹, wie oben beschrieben, vokalisiert wird. Nach einem Monophthong ist dies jedoch zumindest im Einklang mit den phonotaktischen Regeln des Deutschen unfallfrei möglich. Das vorangehende [a] und das vokalisierte ›r‹ fügen sich demnach zum zentrierenden Diphthong [aɐ̯] zusammen. Wer will, kann versuchen, das ›r‹ so konsonantisch wie möglich auszusprechen.
  • [u] – auch kein Problem. Ein kurzes, gespanntes [u] hat das Deutsche zwar nicht, aber das kurze [ʊ] ist hinreichend ähnlich, um dafür eingesetzt werden zu können.
  • [ŋɡ̊] – das isländische [ɡ̊] ist dem deutschen [ɡ] grundsätzlich ähnlicher als dem [k], und zwar, wie bereits bei [b] und [p] erwähnt, weil die stimmlosen Laute im Deutschen in vielen Positionen aspiriert gesprochen werden, während die phonemisch stimmhaften Laute in Wirklichkeit bloß schwach stimm­haft und unaspiriert artikuliert werden. Im konkreten Fall neige ich allerdings dazu, die Ersetzung des isländischen Lauts durch ein deutsches [k] zu empfehlen, und zwar aus Gründen des Höreindrucks des Originals: Nach dem stimmhaften Nasal [ŋ], der im Deutschen nahezu identisch existiert, wird [ɡ] stärker stimmhaft gesprochen als in anderen Positionen. Die Wiedergabe als [k], das seinerseits in dieser zwar silbeninitialen, aber unbetonten Position allenfalls schwach aspiriert würde, scheint mir der tatsächlichen Aussprache des Isländischen näher zu kommen. Dass man bei der Ersetzung durch [k] Anklänge an Bunga-Bunga-Partys vermeidet, ist ein unbedeutender Vorteil am Rande.

Nimmt man all dies zusammen, kommt man auf [ˈbaʊ̯ðaɐ̯ˌbʊŋka] bzw. [ˈbaʊ̯daɐ̯ˌbʊŋka] als Eindeutschungen der isländischen Lautung. Wenn wir einen Blick auf die Nachrichtensendungen von ARD und ZDF werfen, sehen wir, dass die tagesschau – nach ein paar Fehlstarts, bei denen ›á‹ vom jeweiligen Sprecher nicht als Diphthong erkannt wurde – zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen ist wie ich, wohl einer Empfehlung der ARD-Aussprachedatenbank folgend. Das isländische ›ð‹ wird konsequent als [d] realisiert. Statt [ŋk] ist im Ersten allerdings [ŋɡ] zu hören – vermutlich im Bemühen, die Entfernung zwischen Aussprache und Schriftbild nicht zu groß werden zu lassen. Der Zuschauer könnte bei der von mir empfohlenen Eindeutschung ja denken, der Vulkan schreibe sich ›-bunka‹ (wobei ich die dadurch entstehenden Missverständnisse für vernachlässigbar halte). Da das ZDF über so etwas Nützliches wie eine professionelle Aussprachedatenbank nicht verfügt, ist es in den heute-Sendungen vom ersten bis zum bisher letzten Auftreten des Bárðarbunga bei einem monophthongischen ›á‹ geblieben. Sollte das eine bewusste redaktionelle Entscheidung gewesen sein, halte ich sie für nicht unbedingt klug.

De klinkers van het Gronings – Een akoestische verkenning

Het Gronings is, net als veel andere dialecten, niet op alle deelgebieden van de linguïstiek even goed bestudeerd. Aan de semantiek – of meer specifiek: de woordenschat – wordt buitenproportioneel veel aandacht geschonken want woordkeus springt in het oog van zowel de leek als de vakman. En er is blijkbaar veel over te zeggen, ook al maakt het, volgens Ede Staal, niet uit of de bakker ‘brood’ of ‘stoet’ bakt. De met name verbale morfologie van het Gronings staat centraal in twee werken van Siemon Reker: zijn proefschrift (1989) en de onvoltooide Groninger Grammatica (1991–1996). Veel minder studies zijn verricht op het gebied van de pragmatiek, de syntaxis alsmede de fonologie en fonetiek. Mijn belangstelling in dit stukje geldt de laatste, de fonetiek. Omdat dit geen bachelorscriptie is, maar slechts een in de kleine uurtjes ontstane blogpost, beloof ik niet meer dan een eerste verkenning van het terrein. De lacunes in de wetenschappelijke kennis kan ik daarmee nauwelijks opvullen, maar misschien vragen opwerpen die later door anderen kunnen worden beantwoord.

Het onderwerp van mijn onderzoekje is de klinkerproductie van één spreekster van het Gronings. Hiervoor heb ik gebruik gemaakt van de opnames op de website van de Liudgerstichten die een aantal passages uit de Groningse vertaling van de Bijbel heeft laten inspreken door vrijwilligers. In totaal komen er een stuk of vijf sprekers langs, maar er was slechts één van wie opnames van toereikende lengte beschikbaar waren. Ik weet het niet zeker (en heb ook niet de moeite gedaan om na te vragen), maar ik denk dat de teksten die ik heb gebruikt, zijn ingesproken door Riemke Bakker, de secretaris van de Stichting Grunneger Toal. Als zij het is, gaat het om een spreekster die in Bedum – in het zuidelijke deel van het Hogeland – woont, maar van wie ik niet weet waar zij is opgegroeid. Het doet er ook niet toe want ik heb toch geen vergelijkingsmateriaal van sprekers uit andere regio’s. Van elke beklemtoonde monoftong (eenklank) die zij in de opnames produceert, heb ik 20 exemplaren geanalyseerd (voor zover er 20 te vinden waren, zie beneden). Ik heb de voorkeur gegeven aan klinkerexemplaren die door een plosief (plofklank) worden voorafgegaan en gevolgd. De grens tussen medeklinker en klinker is in deze gevallen scherper dan bij fricatieven (wrijfklanken) of liquida (vloeiklanken) waardoor de klinker ietwat minder in zijn kwaliteit wordt beïnvloed. Niet bij alle klinkers was het mogelijk om deze strikte selectiecriteria aan te houden, maar ik heb er in ieder geval op gelet om zo min mogelijk klinkers te analyseren die door een /r/ of /l/ worden gevolgd. Wie de uitspraak van de ‘oo’ in ‘rood’ met die in ‘door’ vergelijkt, hoort hoe sterk de invloed van een /r/ aan het einde van de lettergreep op de klinker kan zijn.

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From Mailand to Mömpelgard

In my last post about toponyms, I have conflated two phenomena that can lead to changes in the usage of city and country names. The first type of change is represented by the replacement of ‘Pekin(g)’ with ‘Beijing’. It consists in the switch from one exonym—a toponym that is not used in the place that it designates—to another. ‘Peking’ and ‘Beijing’ are both attempts at rendering the native form 北京 (Běi Jīng) in English or, rather, its Mandarin pronunciation. The city did not actually change its name, but transcription preferences changed (for whatever reason). This type also includes cases in which more than just a few spelling details have changed—as long as the local name has remained the same. The second type of change is represented by the replacement of ‘Constantinople’ with ‘Istanbul’. It involves an actual renaming of the geographical entity in question. ‘Istanbul’ is not a different way of writing or pronouncing the same local toponym in some foreign language. It is a new name, which, just like the old one, will engender a variety of different exonyms. Contrary to the first type, this one requires the endonym—the local name for the place—to be affected as well. Obviously, these changes can take place consecutively with the most common order probably being a type 2 change (endonym change) followed by a type 1 change (different rendering of the new endonym).

Today I want to focus on the first type of changes, the ‘Beijing’ type. The likelihood of the existence of an exonym that is markedly distinct from the endonym seems to be dependent on factors like geographical, cultural and linguistic proximity between the two countries and languages. When we look at German exonyms of European cities, we find two things: first, many of them only differ from the local forms with respect to pronunciation (Paris, London, Stockholm), but the Google Ngrams Viewer can’t tell us anything about that; second, many of the forms that also differ in orthography seem to stick. Hardly anybody in German uses any other forms than ‘Kopenhagen’ (for ‘København’ in Denmark), ‘Straßburg’ (for ‘Strasbourg’ in France, a form English writers have been preferring since 1938), ‘Mailand’ (for ‘Milano’ in Italy) or ‘Danzig’ (for ‘Gdańsk’ in Poland). But there are cases in which German preferences have changed from an exonym that is only vaguely reminiscent of the endonym to a form that is identical to what the locals write (and closer to what they say).

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