Poetsen

Und noch ein gelöstes Rätsel: Welche Schriftart verwendet die niederländische Bahn (NS) auf einem aktuellen Flyer zur OV-Chipkaart, einer Karte für den bargeldlosen Erwerb von Fahrkarten für öffentliche Verkehrsmitteln? Der Flyer ist (ausschnittweise) hier zu sehen:


Die Hausschrift der NS, Frutiger, kommt auf dem Flyer ebenfalls zum Einsatz, aber mich interessierte die handschriftlich angehauchte Schriftart, die für die Überschriften verwendet wurde. Und die entpuppte sich – wer hätte das gedacht? – als Freefont. Es ist die Poetsen von Rodrigo Fuenzalida und Pablo Impallari, deren erste Version 2012 veröffentlicht wurde.


Ich weiß nicht, warum sich Fuenzalida (aus Venezuela) und Impallari (aus Argentinien) für ›Poetsen‹ als Namen ihrer Schrifart entschieden haben. Witzig ist in jedem Fall, dass die Poetsen jetzt verwendet wird, um Text in der – abgesehen von Afrikaans – wohl einzigen Sprache der Welt darzustellen, in der der Name der Schriftart etwas bedeutet, nämlich ›Putzen‹. Saubere Sache.

Auf Nachfrage hat mich der ›Vater‹ der Schriftart, Rodrigo Fuenzalida, wissen lassen, dass der Name der Schriftart tatsächlich vom niederländischen Wort für ›Putzen‹ abgeleitet ist. Die Schriftart basiert allerdings nicht auf niederländischen Vorlagen und der Designer hat – außer seiner Bewunderung für niederländische Schriftgestaltung – keine Bezüge in die Niederlande. Er fand das Wort wohl nur witzig und wollte ausdrücken, dass die ›Poetsen‹ sein Versuch ist, eine »handgeschriebene Pinselschrift durch die Verwendung klassischer Buchstabenportionen aufzupolieren« – oder eben aufzuputzen.

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