Endemische Nachnamen (2)

Der Rücktritt des CDU-Schatzmeisters Helmut Linssen hat meine Aufmerksamkeit einmal mehr auf das Phänomen der endemischen Nachnamen gelenkt. Linssen, geboren in Krefeld und aufgewachsen in Geldern im Kreis Kleve am Niederrhein, trägt einen solchen Namen, wie die Karte* zeigt (auch wenn ein paar Ausgewanderte bis ins Allgäu vorgedrungen sind):

Ländliche Regionen sind an solchen Nachnamen oft reicher als Großstädte. Und selbst unauffällig klingende Nachnamen können eine geografisch eng umgrenzte Verteilung aufweisen, wie das Beispiel von ›Rennes‹ zeigt, das außerhalb des Kreises Viersen praktisch nicht vorkommt:

Weniger überraschend ist eine derartige Verteilung bei Namen, denen man ihre Herkunft schon anhört – etwa Bovender/Boves, Bröckskes/Bröxkes, Genneper, Geuchen, Heisters, Kuylkens, Luyten, Optenplatz, Remmertz, Schmedders/Schmetten, Schongen, Smeets, Siemes/Ziemes (alle am häufigsten im Kreis Viersen), Aengenendt, Dellmans, Geerkens, Heykamps, Olislagers, Ripkens, Soesters, Stiphout, Straeten, Teneyken, Treeck, Tönnißen, Trienekens (alle am häufigsten im Kreis Kleve) oder Joerißen (Kreis Heinsberg). Für letzteren Namen zeige ich noch mal eine Karte, weil’s so schön ist:

*  Alle Karten wurden mit Geogen erstellt und stehen unter der Lizenz CC BY-NC-SA 2.0.

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