Schlagwort-Archive: Niederländisch

Valse klemtoonvrienden:
Wortbetonung im Deutschen und Niederländischen

Als ›falsche Freunde‹ bezeichnet man Paare von Begriffen, die in zwei Sprachen eine ähnliche Form, aber eine unterschiedliche Bedeutung haben. Am häufigsten kommen solche Paare in Sprachen mit gemeinsamem Ursprung vor. Listen deutsch-englischer falscher Freunde füllen Bücher, während die Kombination Kurdisch/Guaraní an solchen Stolperfallen eher arm sein dürfte. Meist geht es nämlich um Kognaten, also Wörter identischer Herkunft, die sich über die Jahrhunderte semantisch weiter als lautlich voneinander entfernt haben. Falsche Freunde sind diese Begriffe deshalb, weil sie beim Zweitspracherwerb für Schwierigkeiten sorgen: Wer eine Sprache lernt, die der eigenen Erstsprache bzw. einer bereits erlernten Zweitsprache ähnlich ist, nutzt das Vorwissen und versucht anfangs, sich die neue Sprache durch den Transfer von Elementen der bekannten Sprache zu erschließen. Oft trennt die Erst- und die Zweitsprache ja bloß eine unbedeutende Lautverschiebung bei tatsächlich identischer Bedeutung.

Transfer findet aber auch statt, wenn es nicht um Semantik geht. Im morphologischen Bereich ist zum Beispiel bekannt, dass deutsche Muttersprachler das grammatikalische Geschlecht (Genus) niederländischer Wörter mit hoher Trefferquote nennen können – schlicht auf der Basis ihrer Kenntnis des Deutschen. Falsche Freunde in diesem Bereich wären Wörter wie ›Orgel‹ (gleichbedeutend in beiden Sprachen), das im Deutschen ein Femininum ist, im Niederländisch dagegen ein Neutrum. Ein Bereich, in dem seltener über Transfer gesprochen wird, ist die Wortbetonung. Allerdings dürfte auch hier der Spracherwerb zumindest anfangs auf Transfer basieren. Man geht – nicht ganz zu Unrecht – davon aus, dass die Betonung ähnlicher Wörter in ähnlichen Sprachen auf derselben Silbe liegt.

Im Folgenden stelle ich eine Liste von mehr als 60 Wortpaaren vor, die im Deutschen und Niederländischen (fast) gleich geschrieben, aber (meist) unterschiedlich betont werden. Eine Frage, die ich hier nicht beantworten werde, ist die nach dem Warum – allerdings nicht, weil sie uninteressant wäre. Der Grund ist, dass die Liste mehrheitlich relativ rezente Fremd- und Lehnwörter enthält. Bei solchen Wörtern wird die Wortbetonung – anders als bei nativen Wörtern oder älteren Lehnwörtern – nicht ausschließlich von fonologischen Prinzipien bestimmt. Oft spielen auch die Herkunfts- oder Vermittlersprache bzw. sprachinterne Ähnlichkeiten eine Rolle. Diese Faktoren für die untenstehenden Wörter zu entwirren, geht über das hinaus, was ich hier leisten kann. Sollte sich jemand die Mühe dieser Arbeit machen, bitte ich um Nachricht. Selbiges gilt bei Fehlern und Unvollständigkeiten, insbesondere in Bezug auf Lautungen, die außerhalb von Deutschland oder den Niederlanden gebräuchlich sind.

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Wied van hoes: Grunneger muziek op Spotify

n Zet leden zee ain tegen mie dat der gain underground meer is in de muziek. In de joaren 60 en 70 mozzen je volgens hom nog noar Londen of New York tou om ploaten te kopen dij je naargens aans kriegen konden. Of teminnent noar Amsterdam. Tegenswoordeg moakt t nait meer oet woar of je zitten. t Staait toch apmoal op internet. Dou k lest op zuik was noar n laidje, docht k weer aan dat wat e zee. En ik denk dat e gain geliek haar. In t joar 2016 sprekt de underground Grunnegers – of n aandere streektoal. Nait dat streektoalmuziek n sub- of tegencultuur vertegenwoordigt, integendail zulfs, mor de distributiewegen doun mie n beetje denken aan de underground van dou. Juust in dat opzicht lopt streektoalmuziek noamelk achter op muziek in grotere (standaard)toalen, veuraal as wie t over de ‘back catalogue’ hebben – oldere muziek dus. As je doar geern noar luustern, kinnen je nog aal beter op t Knoal zitten as in New York. In de bibeltaik op t Knoal hebben ze noamelk nog n exemploar van ‘Zo mor n dag’, n album van Age van der Velde oet 2000. As spaigelploatje kinnen je dat nait meer kopen (en as t aal kon, din wil k nait waiten houveul of t kost om t noar New York tou te sturen) en op internet staait t ook nait. Mit nijere Grunneger muziek zit t wel wat beter. En doar gaait mie t hier aiglieks om. Zoezen dat bepoalde dingen nait beschikboar binnen, helpt ja toch nait (nou joa, meschains n beetje).

As je in New York zitten en je willen noar muziek in t Grunnegers luustern, wat binnen din joen opties? Je kinnen via internet noar de live-oetzendens van Radio Noord luustern. Mor meer as ain laidje in t Grunnegers per haalfuur draaien ze doar ook weer nait, behaalven in ‘Twij deuntjes veur ain cent’ (aal waarkdoagen, 12–13 uur New Yorkse tied). Dat kinnen je traauwens ook terugluustern – en as je hail goud zuiken, din vinden je asmis ook de playlist. Of je kinnen op YouTube op zuik goan: doar vinden je zulfs n poar olle laidjes van Age van der Velde, mor de geluudskwaliteit vaalt mie voak n beetje òf.

As ik noar muziek in welke toal din ook luustern wil, broek ik mainsttieds Spotify. Veur dijent dij der nog niks van heurd hebben: dat is n dainst doar je, zo laank as je der lid van binnen, noar muziek luustern kinnen. As je joen account ophevven, binnen je ale muziek weer kwiet – dat is n noadail. n Veurdail: elkenain kin Spotify broeken zunder doar veur te betoalen. En as je der aal n tientje veur over hebben, din hebben je gain last meer van recloames en kriegen je der nog wat extra’s bie.

Nou heb ik lieste soamensteld mit – beweer ik – ale laidjes in t Grunnegers dij je op Spotify vinden kinnen. Kaans is groot dat k nait ale laidjes vonden heb, mor tot t tegenbewies der is, beweer ik dat gewoon. Veur dij lieste heb k onder andere op ale Grunneger artiesten zöcht dij nuimd worden op streektaalzang.nl, n site dij sunt n joar of twinneg deur Joop van den Bremen bieholden wordt. Dat binnen der zo’n 500. As k toch n laidje mist heb, maggen je hieronder n reactie achterloaten. Din luuster k even noar t laidje, voug t tou aan de lieste en bin joe slim dankboar (nou joa, as t n mooi laidje is). Net zo goud zol t kinnen dat der laidjes in de lieste stoan dij in n aandere toal as t Grunnegers zongen binnen of doar haildaal gainent in zingt. Ook dat maggen je mie waiten loaten; din hoal k t laidje vot.

De òfspeullieste mit laidjes in t Grunnegers op Spotify staait hier.

Der stoan nou 747 nummers op van meer as 60 artiesten. D’artiesten doar de mainste laidjes van op Spotify stoan, binnen Arnold Veeman (> 100), de Stroatklinkers (> 80), Erwin de Vries (> 60), Pé Daalemmer & Rooie Rinus, Plat (> 50), Martin Korthuis (> 40) en Bert Hadders (> 30). De populairste artiesten – as wie op de ‘Alle 50 Goud’-lieste van 2015 òfgoan – doar je haildaal of hoast niks van op Spotify vinden kinnen, binnen Ede Staal, Wia Buze, De Bende van Baflo Bill en Lianne Abeln. Veur heur muziek mouten je din toch weer bie Noord of op YouTube wezen (nou joa, of gewoon in de bibeltaik op t Knoal).

Bram de Does (1934–2015): “Ik sta schaakmat”

On 28 December 2015, Dutch type designer and typographer Bram de Does (* 1934) passed away. Jan Middendorp (@DutchTypeJam) honoured him by posting a picture in which we see text handwritten by De Does. The text is a reply to a comment that Peter Matthias Noordzij made on the letter ‘k’ of a custom headline version of De Does’ Lexicon typeface. The reply is in Dutch, so I tried to translate it to English:

“I can understand that you find it [the letter ‘k’] ugly. I do not manage to find it really beautiful either, but still do not know what I could improve in it. I do not want to make the bottom serif on the right any wider; ‘k’ already leaves such a large gap on the right-hand side. I do not want to make the upper right-hand part extend more to the right because this would cause these white spaces [cf. picture] to differ so much. I do not want to lower the junction in the middle because the space labelled ‘b’ would become even smaller then. Do you have any ideas? I am checkmated.”

In the third, fourth and fifth sentence, De Does uses object-initial constructions in Dutch, which are difficult to render in English. A construction that uses left dislocation probably comes closest in English: ‘The junction, I don’t want to lower it’ – but that does not sound particularly natural to me.

Der Vater und die Freundin:
Definitartikel in possessiver Verwendung

Wenn man im Deutschen auf etwas Definites verweisen will, hat man die Wahl zwischen verschiedenen Artikelwörtern. Man kann den Definitartikel (auch: bestimmter Artikel) wählen: ›der Baum‹. Demonstrativartikel werden ebenfalls üblicherweise als definit aufgefasst: ›Dieser Baum‹ und ›jener Baum‹ sind zwei bestimmte Bäume. Das Gleiche gilt für Possessivartikel: ›Mein Baum‹ ist nicht irgendein Baum. Diese Artikelwörter sind aufgrund ihrer Bedeutung meist nicht gegeneinander austauschbar – aber manchmal anscheinend doch. Ich bin vor Kurzem auf eine Konstruktion gestoßen, in der einige Sprecherinnen und Sprecher Possessivartikel durch Definitartikel ersetzen. Gelesen habe ich im Techniktagebuch (für das ich selbst auch schreibe) den folgenden Satz, der am Anfang eines Textes steht:

Wenn wir mit einem Mietwagen in fremden Gegenden unterwegs sind, haben wir – der Mann und ich – immer unser eigenes Navigationsgerät […] dabei.

›Der Mann‹ ist in diesem Text der erste Verweis auf eine Person, bei der es sich um den Ehemann der Autorin zu handeln scheint. Das klingt ungewöhnlich in meinen Ohren. Wenn ich ›der Mann‹ lese, erwarte ich, dass es um eine Person geht, die bereits in den Text eingeführt wurde (›Ich sah einen Mann mit einem grauen Schlapphut. Der Mann …‹), oder dass das definite Nomen im Satz selbst näher bestimmt wird, zum Beispiel in Form einer eingebetteten Possessivphrase (›der Mann meines Chefs‹) bzw. eines erklärenden Nebensatzes (›der Mann, der hier auf der Ecke wohnt‹). Das alles ist in dem Satz aus dem Techniktagebuch nicht der Fall. ›Der Mann‹ wird weder näher bestimmt noch wurde er bereits vorgestellt. Ich hätte an dieser Stelle ›mein Mann‹ geschrieben, also einen possessiven Artikel verwendet – aber ich glaube nicht, dass die Autorin des Textes einen Fehler gemacht hat. Zum einen geht es in dem zitierten Text noch ein paar Mal um ihren Ehemann, der in allen Fällen mit ›der Mann‹ bezeichnet wird (wo ich jeweils an ›mein Mann‹ festhalten würde). Diese Konstruktion wird von ihr also systematisch verwendet. Zum anderen stößt man beim Blättern im Techniktagebuch, das ich hier als kleines, bequem durchsuchbares Korpus verwenden möchte, auf weitere Belege desselben Typs:

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Auf ein Wort (21): Burger

Burger dt. [ˈbœɐ̯ɡɐ]

Der DUDEN irrt eher selten, aber in diesem Fall liegt er meines Erachtens falsch. Die aktuelle Ausgabe des Rechtschreibwörterbuchs (auch online) transkribiert das englische Lehnwort ›Burger‹ als [ˈbøːɐ̯ɡɐ]. Diese Lautung kann ich mir in einer Varietät, die dem, was man als Standardsprache bezeichnen könnte, nahekommt, nicht recht vorstellen. In den Teilen Norddeutschlands, in denen man ungespannte Kurzvokale vor /r/ spannt und längt, also ›Herz‹ [heːɐ̯t͜s] ausspricht, wird sicher hier und da mal ein [ˈbøːɐ̯ɡɐ] geordert. Ansonsten dominiert das [œ] als Wiedergabe des nicht-rhotischen [ɜː] bzw. des rhotischen [ɝː] im Englischen. Auch der Sprecher, dessen Aufnahme auf der DUDEN-Website hinterlegt ist, sagt [ˈbœɐ̯ɡɐ]. Die Transkription der gängigeren Lautung hätte man in einem Produkt aus eigenem Hause nachsehen können, nämlich dem Aussprachewörterbuch. Der ›Burger‹ wird hier nicht geführt, wohl aber der ›Hamburger‹. Den spricht man laut Band 6 entweder [ˈhɛmbøːɐ̯ɡɐ] (vielleicht hat der Fehler hier seinen Ursprung) oder eben [ˈhɛmbœʁɡɐ]. Dass /r/ nach dem korrekten Kurzvokal als konsonantisches [ʁ] (bzw. [r] nach der dortigen Transkriptionskonvention) statt als vokalisches [ɐ̯] wiedergegeben wird, ist ein Detail. Die konsonantische Umsetzung wirkt ein bisschen förmlicher, ohne dass die Vokalisierung informell wäre. Auch das Deutsche Aussprachewörterbuch (Krech et al. 2009) gibt die Aussprache als [hˈɛmbœːɐɡɐ] wieder. Warum der Vokal hier lang transkribiert wird, weiß ich nicht; meines Erachtens ist er kurz. Nicht verschwiegen werden soll übrigens ein Unterschied zwischen Burger mit und ohne Ham, dem alle genannten Wörterbücher Rechnung tragen. Den mit kann man nämlich auch [ˈhambʊʁɡɐ] aussprechen, also wie einen Einwohner des Stadtstaats (in dem bestimmt einige Leute [ˈbøːɐ̯ɡɐ] bestellen). Beim bloßen ›Burger‹ begegnet man der deutschen Aussprache nicht.

Im Niederländischen ist es übrigens umgekehrt: Nicht für ›Hamburger‹, sondern für ›Burger‹ gibt es zwei mögliche Aussprachen (wozu der Van Dale, der niederländische DUDEN, allerdings nichts sagt). Der mit Ham lautet immer /ˈhɑmbʏrxər/, was aus dem Mund eines westniederländischen Sprechers zum Beispiel [ˈɦɑmbɵ̟ɹx̠ɚ] lauten könnte, in Belgien eher [ˈɦɑ̟mbʏ̈ɾɣəɾ]. Die letzten beiden Silben sind dabei identisch mit der Aussprache des Wortes für ›Bürger‹, also ›burger‹. Dieselbe Aussprache kann man ebenfalls verwenden um den anderen ›burger‹ – das belegte Brötchen – zu bezeichnen. Alternativ kann der Burger ohne Ham aber auch /ˈbʏrɡər/ ausgesprochen werden – mit einem Lautwert für orthografisches ›g‹, der im Niederländischen nur in Fremdwörtern (game, goodie, gestalt, glühwein, garçon, gobelin) zu finden ist. Diese Aussprache ist allerdings weniger gängig als die, bei der der verzehrende Bürger und der verzehrte Burger genau gleich lauten. Dafür, dass im Niederländischen als betonter Vokal schlicht /ʏ/ verwendet wird, also die in Nicht-Lehnwörtern häufigste Realisierung von orthografischem ›u‹, sehe ich zwei Gründe: Zum einen hat Niederländisch zwar ein Phonem /œː/, wie es im Deutschen (und Französischen) für den englischen Vokal eingesetzt wird, aber außer in einigen Lehnwörtern kommt es praktisch nicht vor. Zum anderen ist [ɵ], die Realisierung von /ʏ/ in den Niederlanden, dem englischen Vokal ohnehin recht nah, womöglich näher als das deutsche [œ]. Die optimale Lösung scheint also zugleich die einfachste zu sein. Wann kommt so was schon mal vor?

Auf ein Wort (20): Jupiler

Jupiler frz. [ʒypiˈlɛːʀ]

Jupiler ist eine Biermarke aus dem französischsprachigen Teil Belgiens, der Wallonie. Sie hat ihren Namen von dem Ort, in dem sich die Brauerei Piedbœuf [pjeˈbœf] befindet, die dieses Bier braut: Jupille-sur-Meuse [ʒyˌpij syʀˈmøːz] (früher selbstständige ›commune‹, heute Stadtteil von Liège/Luik/Lüttich).

Allerdings wird der Markenname nicht nur, wie oben angegeben, auf Französisch ausgesprochen, sondern auch häufig in niederländischsprachigen Kontexten – und zwar aus zwei Gründen: Erstens ist Belgien ein dreisprachiges Land; das Bier wird auch in Flandern (und gewiss auch im deutschsprachigen Teil des Landes) getrunken. Zweitens ist Jupiler Hauptsponsor der Pro League, der höchsten Spielklasse im belgischen Fußball, und der Eerste Divisie, der zweithöchsten Klasse im niederländischen Fußball. Dabei unterscheidet sich die übliche Aussprache in Belgien und den Niederlanden: In Belgien, wo die französische Lautung vielen bekannt ist, hört man im Niederländischen meist [ˈʒypilɛːɾ] (wobei das Phonem, für das ich hier [ɾ] notiert habe, den jeweiligen regionalen Lautwert annimmt). Im Vergleich mit der französischen Aussprache rutscht also nur die Betonung an den Wortanfang. In den Niederlanden ist diese Aussprache selten zu hören. Zunächst wird dort das [ɛ] der letzten Silbe von praktisch allen Sprechern zum Schwa reduziert. Einige Niederländer sagen also so etwas wie [ˈʒypiləɹ] (wobei auch hier das Phonem, für das ich die westniederländische Realisierung [ɹ] eingesetzt habe, regionaler Variation unterliegt). Viele andere ersetzen jedoch zusätzlich das französisch anmutende [ʒ] der ersten Silbe durch [j], den Laut also, dem geschriebenes ›j‹ im Niederländischen wortinitial meist entspricht. Das ergibt als gängigste Aussprache des Markennamens in den Niederlanden [ˈjypiləɹ].

Same source, divergent developments

“Ach, Scheiße!” – that is what the cashier at the supermarket said to me today when he noticed that he had failed to scan one last item that I wanted to buy. It still lay on the conveyor belt while the receipt was being printed. What he said led me to think about the word ‘Scheiße’, one of the most common swearwords in German (and even popular in English song lyrics). Whenever you feel like shouting ‘Shit!’ in English, a speaker of German might chime in and shout ‘Scheiße!’. In the literal sense, ‘Schei­ße’ refers to faeces; it is used in that sense quite frequently. The noun and its corresponding verb, ‘schei­ßen’, are labelled as ‘coarse language’ in German dictionaries. ‘Scheiße(n)’ derives from the Proto-Indo-European root *skeh₂i-d- ‘cut, separate’, which is an extension of PIE *skeh₂i- ‘split, divide’. It is a cognate of English ‘(to) shit’. Cognates are words that, across or within languages, share the same etymology. In some cases, this is quite obvious: The German sentence ‘Das Gras ist grün’ only contains words with cognate equivalents in English that have retained a similar form and meaning, so English speakers won’t have a lot of trouble figuring out what the sentence means. Sometimes the connections are less evident: English ‘lock’ and German ‘Loch’ (meaning: ‘hole, opening’) seem to go back to the same Proto-Indo-European root, for instance. In any case, German ‘Scheiße’ and English ‘shit’ are clearly cognates and used similarly in present-day language. That’s the boring part.

The interesting part is what happened to this root and its derivations in the Dutch part of the West Germanic language area. The verb that corresponds to ‘scheißen’ and ‘to shit’ is ‘schijten’ /ˈsχɛɪ̯tən/. It has the same meaning as in the other two languages and can be used in the literal sense: ‘Zij heeft in haar broek gescheten’ (literally: ‘She has shit in her pants’, meaning: ‘She has shit her pants’). ‘Schijten’ is used much less widely than its German and English cognates. However, there are some fixed multi-word expressions in which it appears, such as ‘zeven kleuren (bagger) schijten’ (literally: ‘to shit seven colours [of mud]’, meaning: ‘to be[come] very frightened’). When words are mainly used in fixed expressions, this is an indication that they might have started to fall into obsolescence. The corresponding noun, ‘schijt’, is even one step further: Some hundreds of years ago, it still referred to faeces, or to liquid stool in particular, but the only meaning in contemporary language is ‘the state of having diarrhoea’. Unlike ‘Scheiße’ and ‘shit’, ‘schijt’ is not used as a swearword in Dutch. Rather, it is almost exclusively encountered in fixed expressions: figurative ones, such as ‘schijt hebben aan iets’ (literally: ‘to have shit on something’, meaning: ‘to not care about something’), and literal ones, such as ‘aan de schijt zijn’ (literally: ‘to be at the shit’, meaning: ‘to have diarrhoea’). What’s even more interesting: The most common Dutch word derived from the same source as ‘Scheiße’ and ‘shit’ is ‘scheet’ (which happens to be identical to the singular simple past form of ‘schijten’). But ‘scheet’ means—wait for it—‘fart’. So, the German and English words for solid excreta and the Dutch word for gaseous excreta are cognates.

What do you call faeces in colloquial Dutch? In fact, English and Dutch are to be greatly envied from a German perspective. A word from nursery language has spread to more general use in both languages, meaning that you can talk about shit without sounding vulgar or clinical. The words I am referring to are ‘poop’ and ‘poep’, the Dutch word being pronounced about the same as the English one. In English, ‘poop’ has a certain childish ring to it. Still, you can use it not only when talking to a toddler, but also in a newspaper headline. This is also the case with Dutch ‘poep’ (and the corresponding verb ‘poepen’), but it sounds even less childish than the English word. A Dutch newspaper recently ran an article that was titled ‘Omdat iedereen poept’ (‘Because everyone poops’). You’d be hard-pressed for a stylistically appropriate translation to German. Well, why don’t the Germans use the cognate equivalent of the Dutch and English words? Here’s the complication: There is an equivalent in German, namely ‘Pup(s)’, but it means—wait for it—‘fart’ (in a slightly childish, euphemistic register). All three words are onomatopoetic, that is, an attempt at a phonetic imitation of a real world sound. What is being imitated is, of course, the sound of flatulence. English ‘poop’ and Dutch ‘poep’ can refer to that as well, but the meaning ‘fart’ has all but died out in English. In Dutch, it is found in—you guessed it—fixed expressions, such as ‘iemand een poepje laten ruiken’ (literally: ‘to have someone smell a little fart’, meaning: ‘to put somebody in their place’). By contrast, the German word ‘Pup(s)’ means nothing but ‘fart’—just like ‘Furz’, the cognate of English ‘fart’, which is perceived to be somewhat more vulgar. So, the Dutch and English words for solid excreta and the German word for gaseous excreta are also cognates.

In consequence, this means that speakers of English and German with no knowledge of Dutch are likely to be led up the garden path when encountering ‘scheet’, just the way English and Dutch speakers with no knowledge of German might be confused by ‘Pups’. Was für eine Scheiße!

Op stee. Drentse en Groninger plaatsnamen verzameld ★★★✩✩

n Kollegoa van mie is geboren en opgruid in Börk in Drìnt. Hai het ais n moal zegd dat t n dörp is dat allènt mor om twij reden op de landelke media komt: oorlog en file. In t Nederlands wordt Börk nait ‘Börk’ nuimd, mor ‘Westerbork’ – of, deur wèl der nait opgruid is, ‘Wésterbork’. Mien kollegoa is wis en zeker nait d’ainege dij dat nait geern heurt. In t dörp zulf zeggen ze, as ze Nederlands proaten, noamelk ‘Westerbórk’ – mit de klemtoon op de leste lettergreep. Dat is nog nait tot Hilversum deurdrongen (en meschains nog ìns nait tot elkenain in Azzen). Over dat onderwaarp – noamen van ploatsen in Grunnen en Drìnt – gaait ‘Op stee’, n boukje dat kört leden oetbrocht is deur t Bureau Groninger Taal en Cultuur en t Huus van de Taol. t Is n keerbouk mit twij veurkanten: aan d’aine kaande t Drìntse dail, aan d’aandere t Grunneger dail. Op dij menaaier staait gain van de streektoalen achter in t bouk – n leuk trucje.

In t centrum van baaide dailen staait n lieste van ploatsnoamen zo as dij in t dialect broekt worden. In t Grunneger dail van t bouk nemt dij lieste sikkom vatteg bladzieden in beslag. In t Drìntse dail binnen t mor tien. De reden doarveur ligt in t vleden. De gegevens over hou dij ploatsen tegenwoordeg nuimd worden, kommen oet de Vroag/Vraog & Antwoord-enquêtes. In Grunnen is dat n vervolg op n enquête oet de joaren 80; in Drìnt is ter gain veurganger. Over de verglieken van de nije en de olle Grunneger gegevens vaalt vanzulf meer te vertellen. De Drìntse lieste is dus sowieso wat moagerder, mor hai vaalt mie dubbel òf. Twijmoal wordt ter in t Drìntse dail van t boukje op wezen dat de klemtoon van ploatsnoamen (zowel in t dialect as in de standaardtoal) nait te veurspellen is. Dou k de lieste opsluig om ais op te zuiken hou of je ‘Lukkenwol’ goud oetspreken, mos k laggen. De klemtoon is gewoon nait aangeven! k Neem nait aan dat ze t vergeten binnen, dus t zel wel mit n gebrek aan gegevens te moaken hebben. t Is hou din ook n minpunt. Ook veur de rest het t Drìntse dail veul minder om hakken. t Was schienboarliek de bedoulen dat elk van de twij dailen 63 bladzieden vult. In t Drìntse dail mozzen doarveur tal van waaineg relevante zinnen oet woordenbouken citeerd worden en hoast net zo veul gedichten doar bie touval ain of twij ploatsnoamen in veurkommen. Wat mie betreft, haar haalfschaid van dij zinnen en gedichten makkelk achterwege blieven kind.

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The most frequent ablaut patterns in Dutch strong verbs

If you ever wondered how to inflect non-existing Dutch verbs, you should have a look at a recent article by Remco Knooihuizen and Oscar Strik (Rijksuniversiteit Groningen). If you ever wondered how to inflect irregular Dutch verbs that do exist, the overview below might help you. I compiled it a couple of years ago—based on various sources including the Algemene Nederlandse Spraakkunst, a Dutch grammar, and the Dikke Van Dale, a Dutch dictionary—when I started learning Dutch. Like everything in the world, it is probably not fully accurate and complete, but I found it handy back then to have the most important irregular inflection patterns on a single sheet. If you know all these by heart, you will be able to correctly inflect more than 80% of the Dutch strong verbs (although the percentage would probably be a bit lower when we take frequency of occurrence into account).

The table gives the vowel of the infinitive, of the singular past tense and of the past participle. It has to be noted that consonant changes, which occur in a minority of strong verbs, are not included in this overview: slaan, for instance, is not slaan – *sloe – *geslaen, but slaan – sloeg – geslagen (if you want to learn a language that is more regular in this respect, try German, which has introduced the ‘g’ from the past participle in the infinitive as well). Also, the ‘-en’ suffix that is used in the past participle of all verbs in the categories 1–14 does not necessarily occur in all verbs with other inflection patterns: denken, for example, has [ɑ] in both the past tense and the past participle, and the [ŋk] has to be replaced by a uvular fricative. It is, however, not inflected denken – dacht – *gedach(t)en, but denken – dacht – gedacht. You’ll have to look up the specificities of these rare inflection patterns for yourself. You should also know that a number of verbs have more than one inflection pattern: The strong form can be archaic (wassen – wies instead of wassen – waste), regional (breien – bree is only used in Belgium instead of breien – breide), linked to a specific meaning (prijzen – prees – geprezen is used when the word means ‘to praise’, whereas prijzen – prijsde – geprijsd is used for ‘to price’) or linked to a specific morphological form (schrikken – schrok – geschrokken is strong, whereas some prefixed forms are not, for instance afschrikken – schrikte af – afgeschrikt). All these details are not in my overview, but my guess would be that you won’t need the overview any more when you get everything right except for these details.

Click the image to download the overview as a PDF (which is licenced under CC BY-NC-SA). Comments are obviously welcome if you spot any errors or omissions.

Taalvitaliteit en spreektaal

Wat zou je moeten doen om bij nieuwe doelgroepen belangstelling te wekken voor het Gronings? Hoe breng je de vitaliteit van het dialect omhoog? Naar aanleiding van commentaren van Eltje Doddema en anderen (waarvoor wederom dank) wil ik een poging doen om een aantal aspecten nader te belichten die een zinvolle discussie over deze vraag in de weg lijken te staan. Het finale antwoord komt daardoor helaas niet dadelijk tevoorschijn, maar misschien iets dichterbij.

Een van de grootste struikelblokken voor een debat over ontwikkelingen in het dialect – nou ja, over taal in het algemeen – is een vermenging en verwarring van drie concepten: schrift, grammatica, lexicon. Laat ik eens samenvatten wat men er in het algemeen onder verstaat: als je alle woorden die in een taal worden gebruikt, op een rij zou zetten, kreeg je het lexicon van deze taal, haar woordenschat. Dit zogenaamde lexicon is op het eerste gezicht niets dan een lijstje van woorden en woorddelen. Dat lijstje woorden kun je echter niet los zien van wat ‘grammatica’ wordt genoemd: hoe deze woorden zijn opgebouwd, hangt er namelijk bijvoorbeeld van af hoe de taal in kwestie morfologisch, qua vormleer dus, in elkaar zit. Hoe je de woorden uitspreekt, bepalen fonologie en fonetiek. De syntaxis gaat erover hoe je woorden kunt combineren tot zinnen – en ga zo maar door. Je zou de grammatica en het lexicon als twee kanten van dezelfde medaille kunnen beschouwen. Dat is de essentie van taal. Het moment in de ontwikkeling van de mens waarop gesproken taal ontstond, is niet bekend. Misschien was het een paar tienduizend jaar geleden – of toch een paar miljoen? We weten wel dat het schrift er aanzienlijk later bijkwam en ons Latijnse alfabet nog veel later. We weten ook dat je gesproken taal, als kind in ieder geval, gewoon kunt leren door eraan blootgesteld te worden. Je pikt het uit je omgeving op. Het leren van schrift daarentegen vereist expliciete instructie. En natuurlijk een schriftsysteem – honderden talen hebben dat niet eens, om van zoiets als spellingconventies nog maar te zwijgen. Orthografische regels voor het onderwijs zijn ook in de talen die er inmiddels over beschikken, redelijk recent en, anders dan de grammatica en de woordenschat, ook redelijk willekeurig.

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